Tag 21-30 oder: Eine milde Abrechnung

Tag 21 – A song that you listen to when you’re happy

Manchmal, wenn ich glücklich bin, habe ich den Drang peinlich-blöde Musik aufzulegen wie „Hakuna Matata“, „Surfin`bird“, „Unter dem Meer“. Oder besonders witzig-sexuelle Musik. Dazu fallen mir Titel ein wie: „F*uck her gently“, „I`m f*cking Matt Damon“ oder auch Right said Fred „I´m too sexy“.
Es scheint, als würde mich das glücklich sein (musikalisch) ziemlich blöd aussehen lassen.

Tag 22 –  A song that you listen to when you’re sad

Traurig im Sinne von leiden, mitgröhlen, weinen? Ganz klar und zeitlos: Radiohead „Creep“. Oder traurig im Sinne von Melancholie, kleines Tief, verträumt? Dann ist es eher Damien Rice „The Blower`s Daughter“. Für die etwas leidenschaftlichere Traurigkeit kann ich einen schönen Tango empfehlen, bestimmt nicht nur mein persönliches Liebling: Carlos Gardel „Por una cabeza“. Und für die ganz schlimme, sich selber in Mitleid suhlende, Traurigkeit unangefochten: Adele „Someone like you“.

Tag 23 – A song that you want to play at your wedding

Bei meiner Hochzeit heißt in der Kirche, beim Empfang, beim ersten Walzer oder bei der Party?
Ach, ich nenne sie euch einfach alle. Würde ich in 10 Minuten heiraten, sähe die Auswahl so aus: Ave Maria, ein Streichquartett, etwas im Takt und Miss Platnum „Marry me“.

Tag 24 – A song that you want to play at your funeral

Es soll Menschen geben, die ihre Beisetzung schon zu Lebzeiten planen – Ich kümmere mich darum, sobald es soweit ist oder besser noch: Kurz danach.

Tag 25 – A song that makes you laugh

Ist tatsächlich oben unter Tag 23 schon verbucht: Miss Platnum feat. Peter Fox „Marry me“. Aber „Give me the food“ und „Butter“ finde ich ebenfalls höchst amüsant umgesetzt, die Themen in den Texten sind überspitzt, spielen mit Vorurteilen, die Musik ist toll! Die Mischung macht es.

Tag 26 – A song that you can play on an instrument

Also eigentlich alles, wenn ich mich nur lang genug reinhören kann um dann die Töne auf der Blockflöte wieder zu finden.. Ja, aber „Alle meine Entchen“ müsste ich auch heute noch fehlerfrei beherrschen – will nur niemand.. hören.

Tag 27 – A song that you wish you could play

Aber, das würde ich gerne ganz ohne Instrument spielen können und ach, von einem Instrument ist hier eh nicht die Rede, wunderbar, wieso nicht gleich so:

Tag 28 – A song that makes you feel guilty

Alex Cornish „The Shame“, wie der Titel ja schon sagt..

Tag 29 – Ein Lied aus deiner Kindheit – A song from your childhood

http://www.youtube.com/watch?v=oQ8IbsKQ2tM – über den Text kann man sich streiten, muss man aber nicht..

Tag 30 – Your favorite song at this time last year

Chromeo „Night by night” – auch nach einem Jahr noch sehr beliebt bei mir.

Tag x – Letzte Worte

Durch die letzten Fragen musste ich jetzt einfach durchhuschen, weil mich das Musikspiel zum Ende hin ein wenig, naja, genervt hat oder ich dem Musikspiel auch einfach nicht mehr gerecht werden konnte weil die letzten Fragen in dieser Form nicht existieren – auf meinem IPod.

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Tag 20 – A song that you listen to when you`re angry

Man wird es nicht für möglich halten, aber mein Leben ist kein Film. Daher darf man auch nicht erwarten, dass da jemand steht, mit einer Anlage auf den Knien und einer Mix-Cd in der Hand, der die passende Musik zu meiner Stimmung abspielt. Zugegeben, das hätte was.. Aber so ist es nun mal nicht.  Meistens überrascht mich meine Wut, sodass ich selber auch nicht das passende Lied parat habe. Ich könnte jetzt schon wieder auf das altbewährte  „Was wäre wenn..“-Spiel ausweichen, aber das ist nicht im Sinne des Musikspiels. Könnte man die Fesseln noch enger schnallen? Nein.

Und jetzt, liebes Musikspiel, gewinn` lieber Land, bevor du der Grund für meinen nächsten Wutausbruch bist. Und eines kann ich dir schon mal versprechen: Kommt es so weit, wirst du eine Menge zu hören bekommen, nur eben keine Musik… *Grrrrrr*

Tag 19 – A song from your favorite album

Vor wenigen Monaten erst habe ich das neue Album von Asa gekauft, einer nigerianischen Sängerin und Songwriterin. Das Album: „Beautiful imperfection“, das heutige Lied: „Be my man“.

Ich würde ja glatt mehr über sie und über ihre Musik schreiben, aber ganz ehrlich: Wenn man Musik erklären muss, ist sie nicht gut, und bei dieser Sängerin muss gar nichts erklärt werden.. Also hört selbst:

 

Tag 18 – A song that you wish you heard on the radio

Erst einmal hätte ich gerne ein Radio, wenn es denn schon eines sein muss, dass man im Badezimmer an der Dusche aufhängen kann. Und dann, wenn ich das hätte, würde ich wollen, dass Trude Herr`s „Ich will keine Schokolade“ läuft:

Da bleibt ja nur zu hoffen, dass die Radiogötter meine Songgebete erhören.. Aber Moment mal, ich kann ja auch meine alten Pc-Boxen an meinen IPod anschließen und Trude Schleife laufen lassen und.. Ach so, das zählt nicht!? Ja gut, dann muss ich auf die Moderatorengunst hoffen und solange duschen, bis mein Lied kommt.

Alles im Sinne des Musikspiels.. Bleibt nur zu hoffen, dass die Haut schnell nachwächst.. Hm.. Radio.. Mh..

Tag 17,2 – Exkurs

Oder: Wieso das Musikspiel das klügste ist, was ich seit Monaten angefangen habe.

Als ich gerade eben aufwachte (Ja, ich weiß, ich schlafe nun mal gerne lange und länger als mein Körper es nötig hat..) und mir die Schlafmaske mit dem Zeigefinger hochschob, verkniff ich meine Augen und dachte: „Och nee, noch ein Tag!“. Traurig, nicht!? Ich schaute auf die Uhr und rechnete aus, wie viele Stunden noch vergehen müssen bevor ich wieder schlafen gehen kann. Nicht, weil ich noch müde bin, sondern weil ich mir die Decke über den Kopf ziehen und nichts hören oder sehen möchte. Aber ich stand auf, mit ganz zerzaustem Haar, letzte Traumschnipsel noch im Gedächtnis, die so überhaupt gar keinen Sinn mehr ergaben (Ich träume oft von Erdbeben in letzter Zeit) und robbte Richtung Küchenzeile, Richtung Espressomaschine, wo das Leben einfach noch einen Sinn ergibt. Während ich so die Maschine füllte (Nur Lavazza Crema e Gusto) schielte ich durch das Fenster nach draußen und war erstaunt, dass ich den blauen Himmel sah. Er war so blau, wie ich ihn schon seit Tagen nicht mehr gesehen hatte. „Jetzt habe ich es doch geschafft, bis zum Sommer zu pennen!“, dachte ich so in meinem kleinen, müden Köpfchen. „Quelle Tristesse!“, dachte ich weiter, „Wenn ich noch einen Gedanken daran verschwenden muss, wach zu bleiben, fange ich noch an zu heulen!“. Kaum hatte ich „heulen“ gedacht, schon verspürte ich einen dicken Kloß im Hals. „Nein, nein, nein! Schlucken, lächeln, nicht weinen! Wasser stopp – Kommando zurück!“. Es funktionierte. Ich ließ dem Kaffee nicht mal die Zeit, komplett zu sprudeln, nahm ihn frühzeitig vom Herd in meine Tasse und ging an den Schreibtisch. „Komm, schaust du mal in das heutige Musikspiel rein..“. Ok, zugegeben, die Frage heute war doof, die morgige ist nicht besser, aber plötzlich setzte ich mich wieder mit Musik auseinander und merkte, wie gut mir das schon die letzten Tage getan hatte. Denn die Tage sehen immer gleich aus und hätte ich mein Frage-Antwort-Spiel nicht, ich würde mehr auf mein Herz und auf meine Gefühle hören und hier so einen riesen, sentimentalen Mist virtuell verschleudern – Ehec wäre im Vergleich ein zahmes Miezekätzchen.

In diesem Sinne bedanke ich mich, auch im Namen meiner Leser, an die Erfinder der 30-day song challenge,  und wie man sieht: Vorgaben sind die besten Maskeraden.

Und welche trägst Du heute?

Tag 16 – A song that you used to love but now hate

Gibt es in dieser Form und so extrem gar nicht, aber es gibt ein Lied, das ich eine Zeit lang sehr gut und nach einem bestimmten Ereignis nicht mehr gut fand: Juanes camisa negra.

Es muss im Dezember 2006 gewesen sein, da wurde ich zum zweisamen „Geburtstagsanstoßen“ eingeladen und von der Arbeit spät abends abgeholt. Da nicht mehr so viele Läden offen hatten und es unterhalb der Woche war, gingen wir in eine spanische Cocktailbar und bestellten eine Runde Tequila und da wir zu Zweit waren die nächste Runde hinterher – Es musste schließlich ein Geburtstag gefeiert werden. Binnen weniger Minuten leerte sich der Laden, la camisa negra lief über die Anlange und wir baten den Kellner, die Musik lauter zu drehen – waren wir schließlich nur noch zu Dritt da. Der Kellner erfüllte uns den Wunsch, wir sangen leise mit und wippten auf unseren Stühlen. „Nochmal Zwei!“, riefen wir dem Kellner entgegen, „Und nochmal Juanes, diesmal bitte noch ein bisschen lauter!“. Der Kellner hatte gar nicht dagegen und erfreute sich sogar an unserer Laune, denn im Laufe der Tequilas sangen wir nun lauter mit und nichts hielt uns mehr auf unseren Stühlen, wir tanzten mitten im Laden und uns fiel auf, dass der Koch auch noch anwesend war als er vor dem Tresen stand und ebenfalls mitsang.

Ich weiß gar nicht mehr wann und wie genau ich nach Hause kam – Ich weiß nur noch, dass die ganze Zeit camisa negra lief, auch am nächsten Tag noch in meinem Kopf.. Seitdem habe ich weder das Lied freiwillig gehört, noch jemals wieder Tequila getrunken.

Aber ja, it`s all about music..